Wer wir sind

Die Liebenzeller Gemeinschaft Angelbachtal ist eine christliche Gemeinde, für Menschen aller Altersgruppen, die gemeinsam Glauben an Jesus Christus leben. Jesus Christus ist die Mitte unseres Lebens. In unserer vielseitig geprägten Zeit möchten wir zu einem Leben mit Gott ermutigen. Unsere Angebote können helfen, ihn besser kennen zu lernen und dabei im Glauben zu wachsen. Dabei ist die Bibel Grundlage und Maßstab.
Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gestalten wir zielgruppenorientierte Programme und Wochenangebote. Feste, Ausflüge und andere gemeinsame Aktivitäten gehören ebenfalls zum Programm unserer Gemeinschaft. Besucher, gleich welcher konfessioneller Herkunft, sind herzlich willkommen.
Die vielfältigen Aufgaben unserer Gemeinschaft werden durch ehrenamtlich tätige Jugendliche und Erwachsene sowie theologisch ausgebildete, hauptberufliche Mitarbeiter wahrgenommen.
Die Liebenzeller Gemeinschaft Angelbachtal gehört zum Liebenzeller Gemeinschaftsverband (LGV), einem freien Werk innerhalb der evangelischen Landeskirche. Durch die Deutsche Evangelische Allianz haben wir eine gute Beziehung zu Christen aus Kirchen, Freikirchen und anderen Gemeinden. Wir sind verbunden mit der Liebenzeller Mission und unterstützen deren weltweite Aktivitäten.

Leitungskreis

Zum Leitungskreis der Liebenzeller Gemeinschaft Angelbachtal werden Mitglieder berufen. Mitarbeiter des LGV, die vor Ort tätig sind, gehören kraft Amtes dem Leitungskreis an.

Ute Kolewe, Pastoraldiakonin

Thomas Brecht, Gemeinschaftsleiter

Diethelm Brecht

Holger Imhof

Hans Kratz

Matthias Schleckmann

Jochen Ziegler

Mitglied werden

Die Mitgliedschaft in der Liebenzeller Gemeinschaft Angelbachtal ist eine geistliche Zughörigkeit zur Gemeinde vor Ort, die dem Liebenzeller Gemeinschaftsverband (LGV) und seinen Grundsätzen angeschlossen ist und setzt den persönlichen Glauben an Jesus Christus vorraus. Es werden keine Mitgliedsbeiträge erhoben. Durch die Mitgliedserklärung bekräftigt das Mitglied die Unterstützung der örtlichen Gemeinde. Die Aufnahme erfolgt nach Antrag an die Gemeindeleitung in der Regel nach einem Jahr.

Mitarbeiterkreis

Im Mitarbeiterkreis (MAK) treffen sich Mitglieder der Liebenzeller Gemeinschaft Angelbachtal, um Termine zu koodinieren, Veranstaltungen zu planen und neue Ideen zu verwirklichen. Regelmäßig berichtet hier die Gemeindeleitung von ihren Sitzungen, so dass eine enge Zusammenarbeit möglich ist.

Förderverein

Der Angelbachtaler Förderverein des LGV hat sich zur Aufgabe gemacht, die vielfältige Arbeit der Liebenzeller Gemeinschaft Angelbachtal finanziell zu unterstützen. Durch den Förderverein können sowohl Konzerte veranstaltet, ein Stand auf dem Pfingstmarkt oder Weihnachtsmarkt betrieben als auch Projekte und Aktionen unterstützt werden.

Die regelmäßig stattfindende Altpapiersammlung findet ebenfalls im Rahmen des Fördervereins statt.

Geschichte der Liebenzeller Gemeinschaft Angelbachtal

Die Liebenzeller Gemeinschaft Angelbachtal wurde 1934 gegründet und entwickelte sich im Laufe der Jahre von einer „Versammlung“ am Sonntagnachmittag zur Gemeinde mit umfassenden Angeboten, wie sie sich heute zeigt. In der Geschichte liegen auch die Nähe zum Pietismus und die Angliederung an den Liebenzeller Gemeinschaftsverband begründet.

Chronik der Liebenzeller Gemeinschaft Angelbachtal
Entstanden aus dem EC-Jugendbund und der Gemeinschaft Michelfeld

Es war in den beginnenden 20er Jahren. Die Schrecken des ersten Weltkrieges waren glücklicherweise vorüber und Deutschland versuchte wieder ins normale Alltagsleben zurückzufinden. Doch das war gar nicht so einfach: Es war die Zeit der Revolutionen und Putsche, die Zeit der radikalen Parteien und fanatischen Nationalisten. Streiks, Demonstrationen, Aufmärsche und Straßenschlachten waren an der Tagesordnung. Die Inflation warf ihre Schatten schon düster voraus; Adolf Hitler grübelte über seinem schicksalhaften Buch "Mein Kampf". Die "Goldenen 20er", die sich äußerlich anbahnten, zeigten doch überall ihre Bruchstellen, denn noch immer konnte man auf Spuren einer vergangenen schweren Kriegszeit stoßen - so z.B. auch im Schloss Michelfeld.

In dem durch den Tod des Barons leerstehenden Schloss Michelfeld war 1918 ein Kinderheim der Stadt Mannheim eingerichtet worden. Hier bekamen Kinder, die durch Krieg und Kriegsfolgen elternlos geworden waren, eine neue Heimat. Die Leitung dieses Kinderheimes lag in den Händen einer gewissen Schwester Anna Waibel, welche die Kinder in sehr vorbildlicher Weise und mit viel Liebe erzog. Selbst in alten Gemeindeakten ist noch zu lesen, dass sie vom Jugendamt der Stadt Mannheim sehr gelobt und ihre liebevolle Pflege hervorhoben wird. Dadurch besitzt sie auch hohe Anerkennung im Dorf.

Schwester Anna Waibel hatte ein brennendes Herz für den Glauben an Jesus Christus. Diesen Glauben wollte sie neben ihren Schützlingen auch der Michelfelder Jugend weitergeben. So lud sie die Mädchen vom Ort zu Nähabenden ein. Diese Abende erfreuten sich großer Beliebtheit, zumal dort auch Gitarrenlieder gesungen wurden und sie fröhlich beieinander sein konnten. Es war eine hervorragende Möglichkeit für Schwester Anna, von Jesus weiter zu erzählen. Da solche Abende etwas Neues für die Jugend war, ließen sich auch viele Mädchen einladen. Doch nicht die Geselligkeit erzeugte den frohen Geist dieses Kreises, sondern, wie die älteren Gemeinschaftsleute zurückblickend sagten, war die Gemeinschaft unter Gottes Wort und die Freude zum Gebet, was diesen Kreis für den Einzelnen wertvoll machte. Neben Schwester Anna betreute später auch eine Liebenzeller Schwester, Maria Steiner, diesen Kreis.

Am 04. Dezember 1930 wurde ein offizieller EC - Jugendbund gegründet. Die Arbeit des Jugendbundes blühte auf und die jungen Leute fühlten sich wohl in der Gemeinschaft untereinander und im Lesen von Gottes Wort. Doch die Verantwortlichen bewegte die Frage nach der Gründung einer Gemeinschaft in Michelfeld, damit die Jugendarbeit einen festeren Anschluss hätte.

Nach einigen Überlegungen fand sich die Möglichkeit, im Schloss eine Evangelisation abzuhalten. Man holte die Erlaubnis beim Schlossbesitzer, Baron von Gemmingen, ein und bekam einen größeren Raum zur Verfügung gestellt, wo eine Woche lang allabendlich zu dieser Evangelisation eingeladen wurde. Ein junger Liebenzeller Bruder, der in Wiesloch stationiert war, R. Mannhardt, übernahm die Verkündigung. Doch lassen wir ihn selbst sprechen:

„In den ersten Monaten des Jahres 1934 (18.-25.März 1934) hielt ich dann diese 8-tägige Evangelisationstrong> ab. Durch die gute Mithilfe des Jugendbundes Michelfeld und Waldangeloch im Gitarrespielen und Singen und auch im Einladen kamen Abend für Abend immer mehr Leute vom Dorf ins Schloss und der Geist Gottes wirkte kräftig an den Besuchern. Am letzten Sonntag flossen die Tränen in Buße und Beugung über Schuld und Sünde, eine größere Anzahl erlebten die Vergebung ihrer Schuld durch das Blut Jesu und durch das Wort des Herrn, in persönlichen Aussprachen und Bekenntnis, so dass sie von da an ihre Straße fröhlich zogen. Es war viel Gnade wirksam in diesem Tagen."

Nach dieser Evangelisation fanden sich etwa 30 bis 40 Leute, die angesprochen waren, zu einer Gemeinschaft zusammen, die sich jeden Sonntag im Schloss traf und dort mit Br. Mannhardt die Versammlungsstunden abhielt. So fand im Jahre 1934 die Gründung der Gemeinschaft Michelfeld statt.

Doch diese Ereignis der Evangelisation und der Gründung einer Liebenzeller Gemeinschaft stieß nicht nur auf freundliche Anerkennung. Im Gegenteil, es sorgte in Michelfeld für helle Aufregung. Es kam sogar soweit, dass einmal eine Gruppe aufgebrachter Michelfelder zum Versammlungsort zogen, an der Tür rüttelten, an den Fensterläden klopften und schrien: "Mannhardt raus, Mannhardt raus!" Der Nationalsozialismus mit seinem arisch-religiösen Patriotismus zeigte schon seine ersten Auswirkungen. Trotz all dieser Anfeindungen und verschiedenen überheblichen Spott kamen die Gemeinschaftsleute treu zusammen und legten sich sogar diverses Inventar zu, über welches man ordnungsgemäße Bestimmungen festsetzte, die noch überliefert sind.

Anfänglich waren die Gemeinschaftsstunden im Schloss untergebracht; da sie jedoch auf lange Sicht gesehen nicht dort verbleiben konnte, fragte man wegen der Anmietung des auch zum herrschaftlichen Besitz gehörenden "Jägerhauses" in der Luisenstraße an.

Diese Anfrage wurde von der Baronin genehmigt und die Michelfelder Gemeinschaft der Liebenzeller Mission konnte in einem neuen Raum zusammenkommen.

Der Krieg und die Wohnungsnot der nachfolgenden Zeit brachten es mit sich, dass die Gemeinschaft wieder aus diesem Raum ausziehen musste und die Versammlungen in den Wohnungen der verschiedenen Gemeinschaftsleuten abgehalten wurden. Seit 1945 wurden dann die Gemeinschaftsstunden vorwiegend bei Familie Brecht, Karlstraße 8 abgehalten. Von 1969- 1977 wurden dann die “Stunden” in das ebenfalls Fam. Brecht gehörende Nachbarhaus Karlstr. 10 verlegt. Mit der Zeit wurde auch dieser Versammlungsraum zu klein und bei Fam. Ziegler in der Friedrichstr. 22 bot sich dann eine Möglichkeit an, eine alte Schreinerwerkstatt umzubauen und in dem ziemlich großen Raum die Jugend- und Gemeinschaftsstunden abzuhalten. Als dieser Raum dann auch wieder zu klein wurde, sorgte man 1980 durch einen erneuten Umbau, damit der Saal vorerst ausreichend war.

In diesen Zeiten hatte auch der Jugendbund allerhand Veränderungen erlebt. Anfangs in den 50er Jahren gut besucht und sehr aktiv, wurden es mit der Zeit immer weniger und 1967 war es schließlich soweit, dass keine Jugendbundstunden statt fanden. Aber infolge der treuen und unermüdlichen Bemühungen von Br. Karl Anderson wurden bald wieder Jugendliche eingeladen und es konnten wieder Jugendbundstunden gehalten werden.

Danach erlebte der Jugendkreis so etwas wie einen Neuanfang. Es kamen wieder aus Michelfeld und der Umgebung junge Leute zusammen, die am Glauben interessiert waren und die ihn auch lebten. Die große Anzahl, bis zu 40 Jugendliche, des Jugendkreises in den 80er Jahren ist nicht zuletzt das Ergebnis vieler Gebete und Anstrengungen der Geschwister der letzten Jahrzehnten.

Viele junge Familien sind vom Jugendkreis in die Gemeinschaft hineingewachsen und arbeiten in verschiedenen Gebieten dort mit.

Seit einigen Jahren ist auch ein Leitungskreis eingerichtet worden, der sich um die grundsätzlichen und richtungsweisenden Fragen der Gemeinschaft kümmert.

Veränderungen um die Jahrtausendwende

Seit Ende der 90er Jahre ist die Liebenzeller Gemeinschaft Angelbachtal stetig gewachsen. Der alte bewährte Saal wurde einfach zu klein. Nicht zu sprechen von dem Hin- und Wegräumen der Tische und Stühle, wenn an jedem Wochentag eine oder sogar zwei unterschiedliche Veranstaltung(en) stattfand. Immer wieder wurde nach geeigneten aber auch günstigen Räumlichkeiten gesucht. Häuser aber auch Bauplätze wurden besichtigt. Aber immer wieder zerschlugen sich Möglichkeiten.

In der Zwischenzeit gab es, auch vom Gemeindeverständnis her, organisatorische Veränderungen. Mit dem Blick auf ein gemeinsames Bauvorhaben, wollte man eine gegenseitige Verbindlichkeit aussprechen. In der Erarbeitung einer Satzung für die Gemeinde und dem Angebot einer geistlichen Mitgliedschaft, in der man die Zugehörigkeit zu der Liebenzeller Gemeinschaft Angelbachtal deutlich machte, gab es weitere Neuerungen.

Immer mehr weitete sich gerade die Jugendarbeit aus, weit über 70 Kinder pro Woche wurden in den Kreisen betreut.

Als dann im April 2003 durch einen Beschluss im Gemeinderat der Gemeinschaft ein phantastischer Bauplatz im Bereich der Dorfmitte angeboten wurde, konnte man sich den Traum des Neubaus erfüllen. Nach dem Spatenstich im August ´03 wurde nach einer kurzen Bauphase schon im Januar 2004 das Obergeschoss bezogen und im Juli 2004 die offizielle Einweihung gefeiert.